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5. April 2021

„Kindheitstraum“

– Patricks Erfolgsgeschichte

Als kleiner Junge war es eine Wunschvorstellung: einmal mit dem Rad zu den Großeltern fahren – 280 Kilometer waren dann doch immer wieder zu viel. Bis eine Pandemie alles änderte.
Aus dem Gedanken erwuchs ein Vorhaben. Trotz körperlich guter Verfassung war klar, dass Training nicht schaden kann. Den täglichen Weg zur Arbeit habe ich fortan mit dem Fahrrad bewältigt, 20 km pro Strecke, 40 km am Tag, 200 km in der Woche.
Die Temperaturen stiegen und somit rutschte auch das Datum für die geplante Fahrt immer näher. Zweifel innerhalb der Familie wuchsen – und mit ihnen mein Trotz. Die Idee: die gesamte Tour nicht nur irgendwie schaffen, sondern innerhalb eines Tages und als wortwörtlichen wie sportlichen Höhepunkt Mittagessen auf dem Brocken.
An einem Samstag im Juli nachts um 2 Uhr war es dann soweit: Gepäck gepackt, ein letzter Check und los . Raus über Potsdam, die Route hatte Tücken: viel Sand in Brandenburg, das Tempo wurde merklich langsamer. Gegen 4:30 Uhr brach mein Gepäckträger ab – mitten im Nirgendwo. Selbstverständlich ohne Empfang.
Der Ehrgeiz ist größer als die Zweifel, der Wunsch des kleinen Jungen stärker. Mit etwas Improvisation habe ich das Gepäck neu verzurrt und es ging weiter. Als die Familie gegen 6 Uhr die Nachrichten aus der Nacht las wollten sie mich einsammeln – ich stellte das Telefon stumm, überwand die erste 100 Kilometermarke und änderte das Profil der Navigation.
Das Ziel stets vor Augen – Mittagessen auf dem höchsten Gipfel des Nordens bei herrlichem Sonnenschein und wahrscheinlich einem der beiden windstillen Tage des Jahres am Brockenhaus.

Mit deutlicher Verspätung kämpfte ich am Berg. Die letzten hundert Meter musste ich schieben. Die vergangenen 240 Kilometer haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Oberschenkel brennen, die Schultern sind verspannt, aber noch nie habe ich ein so willkommenes Weißbier getrunken wie nach diesen Stunden.

Frisch gestärkt ging es fast nur noch bergab. Zieleinlauf nach fast 14 Stunden Fahrzeit. Überraschend fit und ein wenig traurig, dass die Reise tatsächlich vorbei ist.
Eine Woche später ging es zurück – natürlich auf dem Fahrrad. Wer viel Zeit zum Nachdenken hat, kommt auf die eigenartigsten Ideen: wenn ich 280 Kilometer in den Urlaub auf dem Rad fahren kann, brauche ich kein Auto, um zur Arbeit zu kommen. Wie viel CO2 lässt sich damit einsparen? Welche Grenze muss ich erreichen, um eine Tonne vom Klimakiller zu vermeiden? 6814 sind es bei meinem PKW. Damit ist ein neues Ziel geboren.
Am 15.12.2020 habe ich auch dieses erreicht – und die Messlatte für das kommende Jahr noch höher angesetzt: 10.000 Kilometer mit dem Rad. Und das Gefährt für den Sommerurlaub steht auch schon fest – CO2 neutral und sportlich.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!