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30. April 2021

„Vom Schulabbrecher zum Bachelor-Absolventen“

– Vinzents Erfolgsgeschichte

Wie der Titel schon sagt, geht es in meiner Erfolgsgeschichte um Bildung und um einen langen Weg, der begann, als ich im Alter von 17 Jahren die Schule während der 9. Klasse abbrach und in einem Alter von 32 Jahre endete, als ich glücklich meinen Bachelor-Abschluss in Händen halten konnte.
Mit 17 Jahren stand ich kurz davor mein Leben zu beenden, es gab ein paar Therapieversuche wegen meiner Depressionen, doch wirklich helfen konnte mir niemand. Meinen Suizid hatte ich bereits geplant, als ich beschloss es noch ein letztes Mal zu versuchen, diesmal wollte ich „All-In“ gehen, also alles sozusagen auf eine Karte setzen.
Ich brach die Schule ab, kündigte meine Wohnung (Ich zog bereits mit 16 aus) und zog aus Berlin an den Bodensee zu meinen Großeltern. Es sollte eine der besten Entscheidungen meines Lebens sein, denn dort schaffte ich es tatsächlich meine Depressionen in den Griff zu bekommen und neuen Lebensmut zu finden. Zum einen sorgten meine Großeltern gut für mich und ließen mir auch den notwendigen Freiraum um mich mit mir selbst zu beschäftigen, zum anderen half es mir viel im Wald zu spazieren, in der Natur zu sitzen und Hesse zu lesen.
Es zahlte sich aus und ich machte ein halbes Jahr später sogar einen externen Hauptschulabschluss.
In den folgenden Jahren hatte ich oft damit zu kämpfen, dass ich „nur“ einen Hauptschulabschluss aufweisen konnte, sei es in der Suche nach einem Ausbildungsplatz, in der Anerkennung bei Behörden oder im privaten Umfeld.
Meine Ausbildung zum Fotografen beendete ich nicht, machte mich aber nach meinem Wehrdienst selbstständig. Das Selbstbewusstsein, dass auch ich ein Abitur machen, wenn nicht sogar studieren könnte, fand ich durch mein politisches Engagement bei der Piratenpartei. Dort traf ich auf viele Personen, die immer sehr verwundert darauf reagierten, wenn ich erzählte, dass ich Schulabbrecher mit externem Hauptschulabschluss sei. Ich war damals im Pressebereich der Partei sehr aktiv und unterstützte sogar ein ehemaliges Bundesvorstandsmitglied bei ihrer Pressearbeit und verhandelte oft mit gestandenen Journalisten.
Irgendwann beschloss ich dann mein Abitur nachzuholen, damals war ich 25 Jahre alt und nach dreieinhalb Jahre kräftigen Büffelns, hatte ich es dann kurz vor meinem 30. Geburtstag auch in der Hand.
Mein Studium in Politik, Verwaltung und Organisationswissenschaften folgte dann auch direkt, es war oft hart aber mit dem Luxus eines Stipendiums der Friedrich-Ebert-Stiftung und einer Verlobten, die schon zehn Jahre zuvor ihr Diplom erlangte und mich immer wieder antrieb, konnte ich 2020 meinen langen Weg zu meinem ersten Akademischen Grad zum Abschluss bringen. Damit endete diese Erfolgsgeschichte und ich mache mich jetzt daran, die nächste zu schreiben…

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!