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22. April 2020

„Das beste Olivenöl“

– Beates Erfolgsgeschichte

Kurz vor dem gemeinsamen Pastaessen mit Freunden blickte ich Zuhause zum Regal mit dem Olivenöl. Dort standen drei Flaschen zur Auswahl und ich war ganz unschlüssig, welche ich zum Brot mit auf den Tisch stelle. Ich entschloss mich, einfach alle drei Sorten Olivenöl mitzunehmen. Wir könnten doch bei dieser Gelegenheit gleich mal im Direktvergleich testen, welches für uns das beste Olivenöl ist.

Das Ergebnis überraschte mich. Von der Farbe, dem Geruch und vor allem dem Geschmack waren die drei Olivenöle sehr unterschiedlich. Ab das eine… das war sooo gut! Wir drehten die Flasche mit dem wundervollen Öl hin und her, fanden aber keinerlei Hinweis auf den Herstellungsort. Na sowas! Das gibt’s doch eigentlich nicht. Wie kam die Flasche überhaupt in meine Küche? Ich erinnerte mich, dass ein Freund sie mitgebracht hatte, der diesmal beim Essen nicht mit dabei war und fragte ihn bei der nächsten Gelegenheit.

Er erzählte mir von Bekannten, die in Griechenland auf der Insel Kos einen kleinen Olivenhain angepflanzt haben und immer zur Weihnachtszeit unter Freunden und Geschäftspartnern das Olivenöl verschenken. Schon mitten in der Erzählung wuchs in mir der Wunsch, dass ich da unbedingt mal mit dabei sein möchte, wenn die Oliven geerntet und verarbeitet werden. Eigentlich wusste ich gar nicht, wie so ein Olivenöl zu dem wird, was dann so lecker auf den Tisch kommt.

Auf meine Frage, ob denn nicht noch freiwillige Erntehelfer gebraucht werden, kam zum Glück als Antwort „Ja“. Jedes Jahr, Anfang November. Jetzt war erst Januar. Das ist ja noch lange hin. Nicht so gut für meine Ungeduld. Aber gut für die Länge meiner Vorfreude.
In dieser Zeit hatte ich ein neues Projekt als IT-Management Beraterin begonnen und war sehr oft auf Kundenanfrage zu Geschäftsreisen unterwegs. Das macht mir viel Spaß und ich liebe meine Arbeit. Dennoch fand ich es nicht so toll, dass ausgerechnet für Anfang November das laufende Projekt in Düsseldorf nicht unbedingt eine Woche Urlaub für die Olivenernte auf Kos zuließ. Das bedeutete, ein ganzes weiteres Jahr zu warten und dann erst bei der nächsten Olivenernte dabei zu sein. Um nicht so frustriert zu sein, las ich einen spannenden Krimi „Tödliche Oliven“ von Tom Hillenbrand, recherchierte über den Produktionsprozess von Olivenöl, las Geschichten über alte Ölmühlen und testete weiterhin viele Öle, die in Gourmetmagazinen angepriesen wurden.

Dann kam das neue Jahr, der Sommer und das Angebot für ein super spannendes Kundenprojekt diesmal in München. Der Starttermin war Herbst. Das hieß noch einmal die Olivenernte verschieben. Diesmal war es nur halb so schlimm. Ich hatte gerade meinen neuen Partner kennengelernt und wollte nicht unbedingt weg und verreisen. Die Ernte sollte auch nicht so reichhaltig werden. Also dachte ich mir, lerne ich Oliver noch besser kennen und dann können wir ja vielleicht gemeinsam zur Olivenernte im folgenden Jahr reisen.

Endlich war es soweit. Am 2. November 2019 flogen Oliver und ich nach Kos. Dort trafen wir auf ein tolles Team an freiwilligen Erntehelfern. Alles Freunde und Bekannte der Olivenhain-Besitzer. Wir ernteten an zwei Tagen Oliven. Das heißt wir harkten sie mit großen Kämmen und rüttelten sie mit elektrischen Rüttelmaschinen aus den Bäumen, pflückten sie, sammelten sie aus den großen Netzen unter den Bäumen, füllten sie in 50 kg schwere Säcke und fuhren mit zur Ölmühle. Dort sahen wir, wie die Oliven von Blättern befreit, gewaschen und gepresst werden. Und dann sahen wir das grüne köstliche Öl.

Zum Schluss ließ man für einen Teil der Ernte das Olivenöl sich absetzen und gab den anderen Teil der Ernte zum Filtern. Dann wurde das Olivenöl von den Fässern in 1-Liter-Dosen abgefüllt und mit einem Etikett versehen, welches in unserem Fall sogar ein kleines Kunstwerk war. Selbst gemalt von der Olivenhain-Besitzerin. Und dann wurde das Olivenöl wieder an Freunde und Geschäftspartner verschenkt und alle Erntehelfer erhielten ebenfalls einige Liter vom selbst geernteten Olivenöl.

Und nun sitze ich hier vor einem Teller mit Brot und dem besten Olivenöl. Mit allen Sinnen glücklich und zufrieden.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!