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20. April 2021

„Erst denken, dann entscheiden und handeln“

– Christians Erfolgsgeschichte

„Erst denken, dann handeln“ – diesen Spruch habe ich mein Leben lang beherzigt. Er stand fast zwei Schuljahre lang vor uns, in riesigen Buchstaben mit Tusche auf einem großen Plakat von einer Mitschülerin geschrieben, angeheftet am Schrank zwischen Fenster und Tafel. Immer in Sichtweite, das prägt ein. Und immer wieder gab es Momente in meinem Berufs- und Privatleben, wo mir dieses Bild wieder allgegenwärtig wurde und mein Verhalten entscheidend beeinflusste. Von einem dieser Augenblicke will ich erzählen.
Es muss im Frühjahr Ende der 90er Jahre gewesen sein, als ich – alleine unterwegs – auf der Rückfahrt von unserem Haus in Schweden an einem kalten Sonntagnachmittag auf die Idee kam, vor der Fährrückfahrt nach Rostock in Trelleborg schwimmen zu gehen. Ich parkte unseren Renault Espace in der Nähe des Trelleborger Hallenbades, ging schwimmen und kehrte nach 45 Minuten erfrischt zum Parkplatz zurück und traute meinen Augen nicht: Nur zu deutlich war bereits aus einiger Entfernung zu erkennen, dass das Auto ziemlich schräg stand; aus dem linken Vorderreifen war nahezu die gesamte Luft entwichen. Erst konnte ich das gar nicht recht glauben, schaute auf die Uhr, es waren noch ungefähr 75 Minuten bis zur Abfahrt des Katamaran Delphin. Wie dort hinkommen? Wie nach Berlin zurückfahren? Ohne Auto? Mit Auto? Was tun? Die Gedanken schwirrten durch meinen Schädel, mich erfasste Panik, die Erfrischung des Bades war abrupt verflogen. Nach einem schnellen Blick auf die Uhr ordnete ich schnell meine Gedanken und fällte eine Entscheidung: Ich musste das Auto fahrfähig bekommen, sei es auch nur für die zwei Kilometer zur Fähre. Ich schaute mich um. Gegenüber war eine Tankstelle. Selbstbedienung, aber mit Reifenfüllstation. Hurra, nichts wie hin und dann zur Fähre, dachte ich. Gedacht, entschieden und getan. Und abgefahren gen Hafen. Aber: So schnell wie die Luft den Reifen befüllte, war sie auch wieder draußen. Ich war gerade mal 250m gefahren, da rollte ich links vorne wieder auf der Felge. Gott sei Dank schaffte ich es bis zur nächsten Tankstelle. Keine Zeit, um selber das Espace-Notrad aufzuziehen. Aber: Diese zweite Tankstelle war bemannt und ein Mitarbeiter war zufällig da, der an seinem eigenen Auto herumdokterte. Ihm erklärte ich meine Lage, er unterbrach seine Arbeit und zog mir flugs den Notreifen auf. Bezahlen musste ich nichts; dass ich ihm aber ein ordentliches Trinkgeld gab, war selbstverständlich. Knapp vor dem Ende des Check-ins erreichte ich das Fährterminal. Von Rostock ging es dann mit der für den Notreifen zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 80 km in der Stunde nach Hause.
Was bleibt noch zu sagen:
1. Das Schwimmbad in Trelleborg habe ich bis heute nicht mehr besucht – aus Sorge, dass ich hinterher mein Auto in gleichem Zustand wie damals vorfinde.
2. Beide Tankstellen sind mir bis heute sehr präsent, sie existieren noch immer.
3. „Erst denken, dann handeln“ hat sich für mich erweitert in „Erst denken, dann entscheiden und handeln“.

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