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2. April 2020

„Der Beginn einer globalen Bewegung“

– Elias Erfolgsgeschichte

Im November 2018 hörte ich in den Nachrichten und von meiner Mutter viel über Greta Thunberg und ihren Klimastreiks und fand diese Idee toll. Wie viele andere meiner Generation bin ich um die Klimakrise wissend aufgewachsen und mir war klar, dass sie das größte Problem unserer Zeit ist. Aber was mir und vielen anderen wahrscheinlich auch nicht klar war, ist, was man dagegen tun sollte. Na klar kann man vegetarisch oder vegan werden, weniger Plastik einkaufen und nicht mehr fliegen, aber was ändert das an den gigantischen Emissionen, welche die größten Firmen und Staaten ausstoßen?

Die Lösung der Krise ist politisch. Deswegen habe ich mich im Januar 2019 dann dazu entschieden, mir diese Streiks anzusehen. Am 25.01.2019 fand in Berlin ein Großstreik statt. Da ich aber noch nicht dazu bereit war, die Schule für einen politischen Streik zu “schwänzen”, fuhr ich nach dem Unterricht schnell zum Invalidenpark, wo der Streik stattfand, um ganze zehn Minuten vom Ende des Streiks mitzubekommen. Ich war komplett begeistert.

Ich ging also nach dem Streik zur Bühne und sprach jemanden aus dem Orga-Team an, wie man denn mithelfen könne. Nachdem ich dann auf die Website und Whatsapp-Gruppen verwiesen wurde, verbrachte ich mein ganzes Wochenende damit, in bundesweiten Whatsapp-Gruppen mit verschiedenen Leuten zu diskutieren. Ich kam dann auch in eine Berliner Orga-Gruppe und war ab da auch auf einigen Aktionen mit anderen FFF-Menschen. Relativ bald fanden dann jeden Dienstag in Berlin Fridays For Future-Plena statt, wo ich natürlich dann auch immer hingegangen bin.

Der nächste globale Großstreik sollte dann am 15.03.2019 stattfinden und er sollte riesig werden. Dementsprechend war ich die gesamte Woche vorher so aufgeregt wie selten zuvor. Ich hatte mich freiwillig gemeldet, um als Zähler zu fungieren, weshalb ich schon um 8 Uhr auf dem Invalidenplatz stand. Als um 10 Uhr der Streik begann, bin ich aus Neugierde runter vom Platz gelaufen um zu gucken, wie viele Menschen noch durch die Straße auf den Platz wollen. Ich war schockiert von der bloßen Anzahl an Menschen, die – so weit ich sehen konnte – in allen Richtungen standen. Später erfuhr ich aus erster Hand, da ich selbst gezählt hatte, dass wir an dem Tag ca. 25 000 Menschen auf der Straße waren. Das war unglaublich.

Zwei Wochen darauf waren wir erneut 25.000 Menschen, da Greta Thunberg in Berlin war.
Danach war ich erstmal nicht so aktiv bei Fridays For Future, da ich für mich ein eine Pause brauchte. Fridays For Future hat auch in mir große Veränderungen angeregt und es dauerte eine Weile, bis mir das klar war und ich mich auf alles eingestellt hatte.

Nach den Sommerferien ging es für mich wieder richtig los. Ich fing wieder an, auf die Streiks zu gehen, was ich ab da sogar jeden Freitag tat, ich lernte neue Leute kennen und übernahm mehr Verantwortung, da wir gerade in der Vorbereitung für den 20.9.2019 steckten, dem nächsten globalen Klimastreik. Relativ kurz vor dem 20.9. wurde ich dann auch noch gefragt, ob ich den Streik nicht moderieren wolle, was ich nach einigem Überlegen dann bejahte. Wenig überraschend war ich also noch aufgeregter als am 15.3. und verbrachte die erste Hälfte des Streiks im Backstage, Tee trinkend und angespannt. In der zweiten Hälfte war ich dann dran mit moderieren. Die Erfahrung auf der Bühne zu stehen und bis zum Horizont Menschen zu sehen, die einem zuhören, war einmalig und für mich in dem Moment nicht greifbar. Als ich später die Teilnehmer*innenzahl hörte, glaubte ich meinen Ohren nicht. 270.000 Menschen alleine in Berlin. Das war groß.

Seitdem ist mein Leben als Aktivist explodiert. Ich schlief eine Woche im Klimacamp vorm Bundestag, blockierte Straßen mit Extinction Rebellion und fuhr quer durch Deutschland für die unterschiedlichsten Streiks. Am allerwichtigsten jedoch sind die Menschen, die ich im letzten Jahr kennengelernt habe und mit denen ich so viel erlebt und geschafft habe. Zurückblickend kann ich sagen, dass ich durch Fridays For Future ein anderer Mensch geworden bin und es für mich eine immense Reise war und ist.

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