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15. April 2021

„Ich schreibe für einen Freund“

– Tobias‘ Erfolgsgeschichte

Ich schreibe für einen Freund, denn auf ihn kann man stolz sein. Die Leute lesen, was er schreibt und fragen ihn warum, andere wünschen sich sogar, dass er damit aufhört. Er sagt, sein Tobias, seine Figur brauche die Sprache, durch die er existiere, die Sprache sei alles, was er ist. Wenn es Tobias nicht mehr gäbe, gäbe es vielleicht gar keine Wörter mehr. Ich erinnere mich noch an die ersten Texte, die ich lesen durfte, bis zu dem Tag, an dem er uns von einem Festival an der Schweizer Grenze erzählte. Sie fragten ihn, ob er dort seine Texte vortragen wolle. Und wir überlegten, wie wir seine Texte für ihn sprechen lassen konnten. Gemeinsam bauten wir einen Koffer. Berührte man die Gegenstände, wurden passende Textpassagen abgespielt, die wir zuvor eingesprochen hatten. Wir produzierten kleine Lektürehefte mit einem seiner Texte. Wir fuhren nach Bad Säckingen, er sprach mit den Leuten, wir verkauften ein paar Hefte. Der Koffer wird jetzt in einem FabLab ausgestellt. Wir bauten ihm einen Blog für seine Texte. Und er schrieb und tut es heute noch.
Ich kann sagen, dass ich zutiefst dankbar für diese Texte bin. Durch sie höre ich ihn sprechen. Ich denke, wir werden ihn nie begreifen, aber ich habe mit den Texten das Gefühl, ihn zu erkennen. Ich freue mich, wenn seine Texte wachsen und er sich entfalten kann. Wenn jemand so bereitwillig einen intensiven Dialog ermöglicht und damit sein eigenes Leben und das der anderen bereichern kann, warum um alles in der Welt fragt man da noch nach dem Grund?

Literatur als haptisches Erlebnis:
Informationen zum Projekt: Ein Koffer voll Herz – gibt es hier: https://fablab-siegen.de/projekte/ein-koffer-voll-herz/

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!