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14. April 2020

„Begegnungen mit einem Wurm – Interkulturelle Begegnung von Kindern und Regenwürmern“

– Villekules Erfolgsgeschichte

Das Villekula-Land im Sommer könnte schöner nicht sein. Im Garten des gemeinnützigen Vereins verstecken sich Beeren und frisches Gemüse, Blumen blühen, Bäume spenden sattes Grün und manchmal fühlt es sich an, als stünde die Zeit still. Bienen summen, der Hausmeister ackert und meist ist eine tobende Kinderschar da, die gemeinsam gießt, Jauche herstellt, Unkraut jätet und die reiche Ernte einsammelt. Damit geht´s ab in die Draußenküche, um die Ausbeute zu einer gartenfrischen Mahlzeit zuzubereiten und anschließend genüsslich miteinander zu verputzen!
An solch einem Tag geschah etwas Besonderes, als wir uns eine kleine Pause gönnten. Wir legen eine Decke in die Wiese, setzen uns und breiten ein Memory aus. Es ist ein Gemüse-Memory, auf jeder Karte ist eine Sorte gemalt und in Deutsch und Arabisch beschriftet, denn geflüchtete und in Deutschland aufgewachsene Kinder gärtnern und kochen heute zusammen.
Plötzlich springt Gibran*, ein syrischer Junge, auf. Er schreit, rennt hastig einige Schritte weg und deutet panisch auf die Decke. Sofort schrecken alle hoch! Aber dann begreift ein Kind, dass Gibran den Regenwurm meint, der sich zu uns gesellt hat und über die Decke schlängelt. Vorsichtig hebt Emil* das Tier auf und nimmt es in seine Hand. Wieder erschrickt Gibran – er warnt Emil und nun wird klar, dass er den Wurm für eine Schlange hält und sich in seiner Heimat sehr gut eingeprägt hat, dass man vorsichtig mit Schlangen sein muss. Wie recht er hat!
Um ihm zu zeigen, dass der Regenwurm nicht gefährlich ist, fassen auch andere Kinder den Wurm an und bringen ihn vorsichtig zu Gibran. Er darf ihn ansehen und schließlich traut er sich sogar, ihn zu berühren und in seine Hand zu legen. Er strahlt stolz, und gemeinsam beschließen die Kinder, ein Glas zu einem Regenwurm-Haus einzurichten, sodass sie ihn noch etwas beobachten und mit an den Esstisch nehmen können. Natürlich bekommt der Wurm auch eine gute Mahlzeit: da darf frische Erde nicht fehlen, ein paar Blätter und Gras.

  • Namen geändert. Foto: Villekula e.V.

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