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12. April 2020

„Race Across America- Grenzerfahrungen, die in jeder Lebenssituation wieder nützlich werden können –

– Franks Erfolgsgeschichte

Seit einem halben Jahrhundert fahre ich sportlich mit dem Rennrad. Da ich schon immer außergewöhnliche Herausforderungen gesucht habe, gibt es bei mir diese Liste: „one day maybe“. Vor 10 Jahren stand die Realisierung des epischen Race Across America (RAAM) an – 4800 km + 52 TSD Höhenmeter von der West- zur Ostküste quer durch die USA –. Ein Meilenstein in meiner Erfahrungswelt.

Geht es allein um sportliche Herausforderungen? Gewiss nicht! Mit dem Fahrrad erreicht man eine Geschwindigkeit, mit der die menschliche Wahrnehmung der Umgebung mithält und am Ende der 7 Tage und Nächte quer durch die USA stehen echte, bleibende Eindrücke.

Es gibt viel gedrucktes Papier von den Helden des RAAM. Auf dieses möchte ich diejenigen verweisen, die mehr über den RAAM erfahren möchten. Hier soll es nur darum gehen: Warum war dieser, mein RAAM, so bedeutsam?

Die entscheidenden Aspekte meiner Erfahrung möchte ich unter vier Überschriften zusammenfassen: Familie, Team, Mantra, Motivation.

Familie – die RAAM Organisation ist ehrenamtlich:
Der Spirit des epischen Events liegt auf den Schultern von Enthusiasten, die jährlich den RAAM erst ermöglichen. Diese sind wie eine Feuerwehrkette organisiert und übergeben sich gegenseitig den organisatorischen Staffelstab von County zu County – Tag wie Nacht. Diese Faszination der Ehrenamtlichen für den Event ist ansteckend. Jeder gibt sein Bestes und hat immer ein ermunterndes Wort oder eine helfende Hand. Das ist der Grund, warum man als Teilnehmer ein Teil der RAAM-Familie wird, so wie die Organisatoren sich selbst und die internationalen Fahrer bezeichnen.

Team – der Athlet kommt nur mit ihm ins Ziel:
Kein Fahrer erreicht das Ziel des RAAM ohne ein funktionierendes Team. Der Athlet muss ein 24/7 Team haben. Denn der RAAM ist ein Rennen rund um die Uhr, über eine Woche! Das Team umfasst minimal 6 Personen, die physisch und psychisch coachen, organisieren und das System aus Begleitfahrzeug sowie Wohnmobil voll funktionsfähig quer durch die USA bewegen. Das Ineinandergreifen aller Schritte ist essentiell und liegt ausschließlich auf den Schultern des Teams. Das Team steht unter dem Druck, es nicht zu versauen. Das Team kämpft spätestens nach dem dritten Tag mit einem sich aufaddierenden Schlafdefizit, wie der Athlet. Jeder muss die Zähne zusammenbeißen, wenn der Stress Reibungsverluste produziert oder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, u.a. Bären und/oder Wildhunde auf der Strecke, Sturm + Regen + Hitze, Reifenpannen am Begleitfahrzeug etc.. Macht das Team Orga-Fehler, u.a. Regelverstöße, verpasste Wechselpunkte, Navigationsfehler, leerer Sprit- oder Wasser-Tank, platter Reifen etc., ist das Rennen zu Ende!

Mantra – der Weg ist weit und die Erschöpfung unausweichlich:
Der RAAM ist als Strecke so lang, dass man diese nicht im eigenen Kraftspeicher hat und austrainieren kann. Es kommt der Punkt, da muss der Kopf die sich erschöpfenden Energiereserven in jedem Winkel des Körpers suchen und abrufen. Müdigkeit und Verspannungen werden zwangsläufig zu bestimmenden Faktoren und der psychologische Faktor wird zum entscheidenden Kriterium für Erfolg oder Aufgabe. Jeder muss sein persönliches Mantra parat haben, um diese Nuss zu knacken!

Motivation – Athlet und Team müssen den Spirit haben:
Dass der Athlet voll motiviert solch eine Herausforderung angeht – nachdem man eine hohe fünfstellige Summe und mindestens 1 Jahr Vorbereitung investiert hat – ist selbstverständlich. Aber, dass jeder im Team mir einer persönlichen hohen Motivation und Zielstellung alles gibt, das ist nicht selbstverständlich. Jeder muss wissen, warum er dabei ist und wie ungemein wichtig jeder Beitrag ist, da nur das Gesamtsystem überhaupt eine Erfolgschance hat – fast wie bei der NASA Astronaut und Houston. Freude am Dabeisein und Teilhabe am Erfolg. Dies zeigt sich, wenn nachts um 4 Uhr die alle elektrisierende Musik über die Außenlautsprecher des Begleitfahrzeuges auf die Straße gebracht wird, alle eine Gänsehaut bekommen und der Moment gerockt wird!

Fazit:
Ein Event wie der RAAM lässt sich nicht in allen Einzelheiten planen – prepare for the worst und hope for the best -. Der Erfolg ist die Summe von 7 Tagen und Nächten auf der Straße. Nie zuvor, habe ich ein solches kollektives Glücksgefühl empfunden, mit dem Team. Es braucht großartige Persönlichkeiten, die verstehen, wie unendlich gewinnbringend Teamwork ist, um einen gemeinsamen Erfolg zu feiern.
Dies wird eine Grundlage für ein weiteres dieser „one day maybe“ Ziele sein, welches ich dieses Jahr verwirklichen will: Ride Across Britain, 1577 km von Süden Land‘s End nach Norden John O‘Grates.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!