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9. April 2016

„Wie ich mir selbst eine gute Freundin wurde“

Ninas Erfolgsgeschichte

Ich studiere gemeinsam mit meiner Freundin Laura im 2. Semester Psychologie und beschäftigte mich vor kurzem für eine Hausarbeit mit dem Thema Selbstwertgefühl. Im Rahmen meiner Recherche las ich von der amerikanischen Professorin Kristin Neff, die seit vielen Jahren zum Thema Selbstmitgefühl forscht und auch ein Buch dazu veröffentlicht hat. Dieses Buch passte zwar nicht direkt zu meiner Hausarbeit, aber es war trotzdem eine spannende Entdeckung. Aus vielen Gesprächen mit Laura wusste ich, dass sie sehr hart mit sich ins Gericht ging und sich jeden Fehler ewig vorhielt. Und auch ich war davon überzeugt immer alles möglichst perfekt machen zu müssen. Dass mich diese Einstellung ziemlich unter Druck setzte und ich dabei viel Lebensfreude verlor, war mir nicht bewusst. Ich hörte stets auf die innere Stimme, die mich antrieb indem sie mir sagte, dass ich immer noch nicht gut genug bin. Es war schön mit Laura darüber zu sprechen, denn auch sie hörte auf die innere Stimme, die ihr ständig ins Ohr flüsterte, dass sie einfach für alles zu blöd ist. Dabei war das ganz offensichtlich nicht wahr, denn Laura hatte wie ich ein sehr gutes Abi und auch im Studium liefen die ersten Klausuren richtig gut. Im Buch von Kristin Neff lasen wir dann, was es bedeutet, wenn wir so hohe Ansprüche uns selbst stellen, denen wir nicht immer gerecht werden können. Je mehr wir unser Selbstwertgefühl von Erfolgen abhängig machen, desto mehr verurteilen wir uns für Fehler und werten uns ab. Die Alternative ist in ihren Augen das Selbstmitgefühl. Kristin Neff zeigt wie die Fähigkeit sich selbst liebevoll zu behandeln, emotionale Stabilität und Stärke verleihen kann. Wir fanden viele praktische Übungen in dem Buch und nahmen uns gemeinsam vor, 30 Tage lang freundlich zu uns selbst zu sein, Mitgefühl für unsere Schwächen und Fehler zu haben und sogar freundlich und nachsichtlich mit dem inneren Kritiker umzugehen. Jeden Tag schrieben wir uns abends unsere Erfahrungen damit auf. Wir überlegten auch, woher diese gemeinen Sätze des inneren Kritikers stammen und fanden heraus, dass wir sie häufiger in unserer Kindheit hörten, bis sie zu unserer eigenen Stimme wurden. Nach 30 Tagen kann ich sagen, dass es sich gut anfühlt, sich selbst eine gute Freundin zu sein. Es gelingt mir zwar nicht völlig, den inneren Kritiker zu bändigen, aber immer besser. Und das Beste ist, dass dieses kleine Projekt Laura und mich noch näher zusammengebracht hat.

 

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