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13. April 2016

„Von einer, die auszog, um sich selbst zu finden“

Christinas Erfolgsgeschichte

Als 18 jähriges Mädchen dachte ich, das Glück und die Freiheit lägen im Auszug, in der Flucht in die Großstadt.

Ich zog gegen den Willen meiner Eltern ins 800 km entfernten Berlin, machte mein Abitur, entschied mich für ein Studium, verliebte mich, bekam meine erste Tochter, meinen ersten festen Job und fühlte mich irgendwie erwachsen, ein bißchen zumindest. Die persönlichen Einschränkungen, die sich durch die Familie und den Beruf ergaben empfand ich nicht als Last, es ging mir gut. Dann bekam ich meine zweite Tochter. Nach der zweiten Elternzeit wechselte ich beruflich in einen Bereich, der besser mit der Familie vereinbar ist. Ich wollte das so.

Wie so vieles in meinem Leben. Wenn ich etwas wollte, habe ich es meistens auch erreicht. Ich wollte weg, ich ging. Ich wollte Familie, ich bekam Kinder. Ich wollte einen besseren Job, ich hatte das Glück, einen zu finden.

Ich fühlte mich gut, mir gelang fast alles was ich mir vornahm und ich bekam von vielen Seiten die Anerkennung und Bestätigung, eine tolle Mutter zu sein und einen tollen Job zu machen. Ich war zum Allroundorganisator geworden und fand Bestätigung durch Lob und Anerkennung, alles so toll zu „wuppen“.

Was ich im Alltagskarussel aber verlor, war das Gefühl für mich selbst, für meine eigenen Bedürfnisse. Und ich vermisste glückliche Momente in meiner Partnerschaft, die Nähe und Geborgenheit, dass auch mal andere für mich sorgen.

Und weil sich vieles im Leben wie ein Muster verhält, dachte ich zunächst wieder an Flucht. Raus aus der Enge und den Zwängen. Rein ins pralle und bunte Leben. Ich verspürte auf einmal wieder die Sehnsucht nach der Freiheit, einfach tun und lassen zu können wonach mir war.

Aber ist es das was ich wirklich wollte? Nein. Ich wollte nicht aufgeben, was ich liebte. Meine Familie – und mich selbst.

Und wenn mir mein Leben bis hierher etwas gezeigt hat, war es mein Vermögen, zu schaffen, was ich mir vornahm. Mit dem Unterschied, dass ich diesmal Unterstützung brauchte, von meiner Familie. Ich musste lernen, auch mal „Fünfe gerade sein zu lassen“. Und dazu gehört auch, anderen die Freiheit zu lassen, Dinge so zu tun, wie ich es vielleicht nicht tun würde.

Und ich habe es geschafft. Wir haben es geschafft. Und unsere Familie hat sich sogar noch vergrößert. Neben mir schlummert selig und zufrieden Töchterchen Nr. drei, während ich mir die Zeit nehme, meine kleine große Erfolgsgeschichte aufzuschreiben… und die angebissenen Frühstücksbrote und Kakaoflecken auf dem Tisch neben mir stören mich dabei auch nicht mehr.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!