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Berit7. April 2015

„Vom Mode machen zum Mode bewerten“

– Berits Erfolgsgeschichte

Eigentlich hatte ich mit meiner Berufswahl nach der Schule überhaupt keine Probleme. Genauer gesagt, es gab einfach keinen anderen Weg für mich. Denn ich wusste bereits als Kind, was ich später unbedingt einmal machen möchte. Lange habe ich mich aber nicht getraut, davon zu erzählen. Denn ich hatte immer den Eindruck, dass sich Modedesign für andere nicht wirklich seriös anhört.

Schon mit 10 Jahren habe ich an der Nähmaschine meiner Oma meine ersten Kleidungsstücke selbst genäht und meine Mutter mit den kuriosesten Outfitkombinationen zur Weißglut gebracht. Also habe ich ganz selbstverständlich Modedesign studiert, obwohl schon damals mein Umfeld die Entscheidung und auch das Studium nicht wirklich ernst genommen haben. Aber bereits als Studentin merkte ich, dass die Kernaufgabe, nämlich Mode zu entwerfen, gar nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählte. Alles andere rundherum – Planung, Organisation, Konzeption, Gestaltung und Präsentation – machte mir immer viel mehr Spaß. Trotzdem ging ich nach meinem Abschluss den direkten Weg und arbeitete zuerst einmal als Modedesignerin. Aber irgendwann brach der Selbstverwirklichungsdrang doch vollends durch und ich wusste plötzlich, dass ich mich viel eher in der Selbstständigkeit sehe. Obwohl ich eigentlich ein vorsichtiger und nicht gerade entscheidungsfreudiger Mensch bin, hatte ich seltsamerweise überhaupt keine Probleme, von einem Tag auf den anderen meinen Job zu kündigen, spontan nach Berlin zu ziehen und in ein großes Abenteuer zu starten. Gemeinsam mit einer Freundin, die ich aus dem Studium kannte und die später auch in der gleichen Firma wie ich arbeitete, zäumte ich das Pferd von hinten auf. Wir wussten also, dass wir selbstständig sein wollen, eine Idee brauchten, die man mit geringem Startkapital realisieren konnte und die im besten Fall etwas mit Mode zu tun hat – denn davon hatten wir schließlich Ahnung.

Heute weiß ich gar nicht mehr genau, wie wir letztendlich auf die Spur unseres neuen Projekts kamen. Aber wir erinnerten uns an eine Sache, die uns nach dem Studium immer gefehlt hatte. Auf der Suche nach Bewerbungstipps, Infos zu Modelabels und allerlei Informationen zur Branche gab es im Internet keine Website, die alles übersichtlich bündelte. Und wenn man etwas Ähnliches fand, war es ziemlich hässlich und unübersichtlich. Wir wussten plötzlich – das können wir mit Sicherheit besser. Aus dieser Erkenntnis entstand schließlich nach einigen Monaten intensiver Vorbereitungszeit, inklusive Sehnenscheidenentzündung vom vielen Schreiben am Laptop, das Mode Online Portal www.modeopfer110.de, das nach nunmehr 7 Jahren das ausführlichste im deutschsprachigen Raum ist. So sicher wir uns von Anfang an waren, dass diese Idee zündet, so wenig Verständnis gab es wiederum von unserem Umfeld. Job kündigen ohne sichere Alternative und im Internet Geld verdienen? In Deutschland immer noch eine Seltenheit. Auf meine Familie konnte ich mich aber zum Glück immer verlassen. Nur einen kurzen Moment nachdem ich die Idee Zuhause präsentiert hatte, hatte mein Vater schon kommentarlos unsere Domain im Internet gesichert.

 

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