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8. April 2015

„Manchmal braucht es viele Anläufe“

–   Nadjas Erfolgsgeschichte

Manchmal braucht es im Leben viele Anläufe, um einen Traum wahrzumachen. Meine Geschichte ist so eine Anlaufgeschichte. Sie handelt von mir und dem Klavierspielen.

Meine Mutter, die als Musiklehrerin arbeitete und selbst Klavier, Gitarre und Akkordeon spielt und singt, brachte mich bereits als Vierjährige in die Karl-Marx-Städter Musikschule.

Nach 2 Jahren Unterricht musste ich in der Musikschule vorspielen. Die Kommission befand, dass ich zu wenig Kraft in den Händen hatte, was daran lag, dass wir nur ein E-Piano besaßen. Also stellte man uns vor die Entscheidung, ein richtiges Klavier anzuschaffen oder die Musikschule zu verlassen. Da wir in einem sehr hellhörigen Plattenbau wohnten, kam ein richtiges Klavier nicht in Frage. Damit war die Entscheidung gefallen. Hätte ich entscheiden können, hätte ich gesagt: „Lasst mich weiterlernen und -spielen!“, aber welches Kind darf schon entscheiden…

Zu dieser Zeit hatte ich bereits viel Spaß mit dem Instrument, ich erinnere mich daran, ein kleines Stück „komponiert“ zu haben. Ich machte also allein weiter. Da ich immerhin Noten lesen konnte, brachte ich mir einige Stückchen selbst bei. Als Teenagerin spielte ich dann mehr schlecht als recht Stücke von Tori Amos oder den Beatles.

Ausgezogen von zu Hause kaufte ich mir während meines Studiums in Leipzig ein altes , aber „richtiges“ Klavier, das wir dann an einem heißen Sommertag mit einem Handwagen über Leipziger Pflasterstraßen transportierten. Und kaum war ich nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder in Deutschland, hatte ich wieder ein Klavier. Nur Unterricht konnte ich nie nehmen: Entweder reichte das Geld oder die Zeit nicht, später kam ein Kind und dann noch eins…

Nadja1_webErst letztes Jahr, inmitten einer großen persönlichen Krise, schaute ich aus einer ganz spontanen Eingebung heraus, ob es freie Plätze für Klavierunterricht an der Musikschule gibt. Die gab es tatsächlich. Zwei Tage später hatte ich die Nummer eines Klavierlehrers hier im Kiez, gleich um die Ecke.

Jetzt endlich, nach 34-jähriger Unterbrechung, geht es mit dem Unterricht weiter. Mein Lehrer versteht sehr gut, was ich lernen und spielen möchte. Ich mache gute Fortschritte und bin sehr froh, nun endlich genügend Zeit, Geld und große Kinder zu haben, um mir diesen Kindheitstraum endlich erfüllen zu können. Manchmal braucht es eben viele Anläufe, um ans Ziel zu kommen. Aber aus den Augen verlieren sollte man das Ziel nie.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!