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24. April 2016

„Der Wald ruft“

Franzis Erfolgsgeschichte

Ich muss zugeben, dass ich nie so ein großer Naturfreund war. Klar war ich ab und an im Park oder im Sommer am See baden, aber so Naturerfahrungen, wie sie einige meiner Freunde gemacht haben, waren mir eher fremd. Auch Bäume, Blumen oder Vogel kannte ich nur selten, wahrscheinlich einfach deshalb, weil mir das Interesse fehlte.

Seit vier Jahren bin ich Mutter eines Sohnes. Wir waren viel draußen, auf dem Markt, im Park oder auf den Spielplätzen in der Umgebung. Aber im Wald waren wir eigentlich nie.

Doch eines Tages machte die Kita meines Sohnes einen Ausflug in den Wald zum Spandauer Forst. Da gibt es ein großes Wildtiergehege mit Rehen und Wildschweinen und natürlich viele Bäume. Da eine Erzieherin erkrankte, wurde ich gefragt, ob ich den Ausflug vielleicht begleiten könnte. Ich konnte es organisieren mitzugehen, obwohl ich lieber in den Zoo gegangen wäre. Irgendwie war ich skeptisch, was wir einen ganzen Tag über, mitten im Wald mit den Kindern veranstalten sollten.

Am Tag des Ausflugs regnete es sogar ein wenig und ich war fast versucht zu fragen, ob der Ausflug verschoben werden könnte. Aber mein Sohn freute sich so sehr auf den Waldtag. So zog ich wetterfeste Kleidung an und es ging los.

Was soll ich sagen? Es war wirklich total schön. Natürlich war der Weg zum Wald mit 12 Kindern ein bisschen stressig, aber sobald wir den Wald erreicht hatten, änderte sich die Stimmung der Kinder. Die frische, würzige Luft und die Geräusche des Waldes zogen uns alle in den Bann. Erst besuchten wir die Tiere im Wildgehege und fütterten die Rehe mit Äpfeln und Kartoffelschalen. Die Kinder waren ganz aufgeregt und sehr aufmerksam als die Erzieherin ihnen etwas über die Tiere erzählte. Ein Stück weiter fanden wir einen kleinen Waldspielplatz. Hier haben bereits Kinder mit Ästen und Baumstämmen kleine Hütten gebaut und es gab einige umgestürzte Bäume.

Wir setzten uns auf die Stämme und packen die Brotdosen aus. Nebenbei lauschten wir den Vögeln und konnten sogar einen Specht beobachten. Die Kinder tauschten untereinander Snacks und überlegten, was sie gleich spielen wollten.

Dann waren alle sehr beschäftigt. Sie schleppten Äste, bauten an den Hütten weiter, sammelten Holz und Blätter und kochten eine Suppe daraus. Einige kletterten auf einem Baum, andere beobachteten Käfer und Würmer oder spielten Indianer. Niemandem war langweilig und ich beobachtete glücklich, wie viel Freude mein Sohn hier hatte.

 

Bevor wir uns auf den Weg zurück Kita machten, nahmen wir noch einige Blätter, ein Stück abgefallene Baumrinde und ein Glas mit Waldboden mit. Das alles sollte in den nächsten Tagen in der Kita untersucht und besprochen werden.

 

Meinen Sohn hat das Walderlebnis sehr beeindruckt, denn in den Tagen danach malte er Wildschweine, Rehe und Waldhütten und erzählte ständig, dass er bald wieder dorthin möchte. Jetzt gehen wir öfter an den Wochenenden in den Wald, haben schon viele schöne Ort zum Spielen und Entdecken gefunden, wie z.B. den Waldspielplatz im Plänter Wald. Ich merke einfach, wie gut der Wald meinem Sohn tut. Nach einem Ausflug ist er immer viel zufriedener und ausgeglichener und bringt immer neue Anregungen und Ideen mit. Und seine Begeisterung überträgt sich auch schon auf mich – mittlerweile machen wir auch kleine Wettbewerbe, wer die meisten Bäume und Vögel erkennt.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!