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8. April 2017

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„Wir sind angekommen.“

– Wael Alabas Erfolgsgeschichte

2011 begann in meiner alten Heimat Syrien der Bürgerkrieg, und im Februar 2016 hatte ich das Gefühl, dem endgültig entkommen zu sein. Ich stand damals am Hamburger Flughafen und konnte meine Frau Miryana und meine Tochter Sara in die Arme schließen. Endlich waren wir wieder vereint, endlich waren wir drei in Sicherheit.

Zehn Monate vorher, im Mai 2015, hatte ich sie verlassen, um mich allein nach Deutschland durchzuschlagen. In dieser Zeit waren wir beide immer in Sorge, dass dem anderen etwas zustoßen würde. Miryana und ich kommen aus Damaskus. Aus den Vororten heraus wurden ständig Bomben in die Sadt geschossen. Wir hatten Angst um unsere Tochter, wenn sie in der Kita war, aber auch unser Zuhause war nicht mehr sicher.Viele Menschen um uns herum starben, und wir haben dann beschlossen, nach Europa zu fliehen. Mit einem kleinen Kind wäre das aber zu gefährlich gewesen. Daher habe ich mich allein auf den Weg gemacht und wollte meine Familie später nachholen.

Wir haben unser Auto und unsere Wohnung verkauft, um uns die Flucht leisten zu können. Im Mai 2015 fuhr ich mit dem Bus nach Beirut, von dort ging es mit dem Flugzeug nach Adana im Süden der Türkei und weite Strecken zu Fuß bis nach Izmir; dann von der Westküste der Türkei über eine griechische Insel nach Athen und weiter bis nach Deutschland. Die Überfahrt hatte mich 4000 Euro gekostet. Ohne Gepäck und mit nur noch etwa 80 Euro war ich in Deutschland angekommen. Über Berlin und Neumünster in Schleswig-Holstein landete ich schließlich in Flensburg.

Mit Hilfe einer Wohnungsbaugenossenschaft habe ich in Flensburg schnell eine Wohnung gefunden, in der wir mittlerweile zu viert wohnen: Ende Dezember 2016 kam unser Sohn Matteo auf die Welt. Das gibt uns noch mehr das Gefühl, hier in Flensburg eine neue Heimat gefunden zu haben. Unsere Tochter hat schon viele Freunde in der Kita gefunden, das ging alles sehr schnell.

Miryana und ich wünschen uns noch mehr Kontakt mit den Nachbarn und anderen Menschen hier in der Stadt. Aber wir wissen ganz genau, dass wir den ersten Schritt machen sollten. Und vor allem, dass es ganz wichtig ist, möglichst schnell Deutsch zu lernen. Ein deutsches Ehepaar bringt uns das bei, das finden wir ganz wundervoll von ihnen, und es hilft uns sehr. Überhaupt sind wir hier auf viele hilfsbereite und tolle Menschen gestoßen. Das macht uns Mut.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!