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3. April 2019

„Die Frau hat einen Vogel“

– Marions Erfolgsgeschichte

„Warum willst du DAS denn machen, du wolltest doch mal Klavier spielen lernen“, das fragte mein Mann, als ich ihm sagte, dass ich Bauchredner werden möchte. Als Kommunikations-Coach hat mich schon immer das Bauchreden fasziniert. Mein Anliegen war und ist es aber nicht, mit einer Puppe auf der Bühne zu stehen und damit allein Geld zu verdienen. Aber der Weg zum Bauchreden, das wusste ich, bedarf viel Übung und braucht Zeit. Es hat lang gedauert, bis ich mir meinen Traum erfüllt habe. Zweifel kamen mir, als Freunde mir erzählten, wie albern sie es finden, dass ein Erwachsener mit einer Puppe spricht. Zweifel kamen mir, ob ich die Zeit dafür finde – allein um zweimal in der Woche zum Sport zu gehen, muss ich mich aufraffen. Irgendwann bekam ich durch Zufall eine E-Mail von der Bauchrednerschule von Patrick Martins zugeschickt. Die Kurse lagen zeitlich schlecht, da ich an den Tagen schon mit einem Kunden verabredet war. Sollte das ein Zeichen sein? Ich schob meinen Traum wieder zur Seite. Dann sagte mein Kunde kurzfristig ab. Nun sollte es wohl sein. Ich meldete mich in der Bauchrednerschule an. Schon zu Beginn des Lehrgangs hatte ich einen Vogel entdeckt, der es mir angetan hat und den ich seither in der Hand halte. Bauchreden bedeutet üben, üben und nochmal üben. Das tue ich seither jeden Tag.

Vor drei Jahren waren mein Mann und ich auf einer Kreuzfahrt. Auf der Reise habe ich am Text für meinen ersten Auftritt gefeilt und täglich mit meiner Vogelstimme in der Kabine geübt. Den Vogel hatte ich nicht dabei. Nach drei Tagen sagte mein Mann zu mir „einer von uns drei ist zu viel hier. Geh bitte auf den Balkon zum Üben“. Ich hatte dafür Verständnis, denn immer wieder den gleichen Text zu hören, ist sicher anstrengend. So wurde der Balkon mein täglicher Übungsplatz. Einige Tage später klopfte es an der Kabinentür und davor stand der Cruise-Direktor – ich kannte ihn aus früheren Zeiten.

„Marion, ich muss mit dir sprechen. Eure Zimmernachbarin, eine ältere Dame, behauptet, ihr hättet ein Tier an Bord. Das ist nicht erlaubt“. Ich lachte und bat ihn, die Nachbarkabine aufzusuchen und sich dort auf den Balkon zu stellen. Nun begann ich auf unserem Balkon mit meiner Übung. Nach einer Weile trafen wir uns wieder auf dem Flur. Er lachte herzlich und sagte: „Ich fasse es nicht, du bist Baurednerin mit einem Vogel“. Er hatte es natürlich geschnallt, dass Vögel nicht auf Fragen antworten können.

Nach der Reise fand mein erster Auftritt statt. Bei der Incentive-Veranstaltung einer Firma hatte ich die Aufgabe, eine Gesprächsrunde zu moderieren. Als Auflockerung trat ich zu Beginn mit meinem Vogel auf und stellte die Gäste vor. Einer der Gäste, der sich auch nett mit meinem Vogel unterhalten hat, war Klaus Wowereit. Die erste Hürde war genommen. Es folgten Geburtstage und Überraschungen für Kinder. Für mich ist das Bauchreden ein persönlicher Erfolg und zeigt – man sollte zumindest versuchen, seine Träume zu verwirklichen.

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