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29. April 2019

„Schreiben und Erklären aus Leidenschaft“

– Ralfs Erfolgsgeschichte

Schon als Jugendlicher habe ich gerne und viel gelesen und geschrieben, vor allem Gedichte. Ursprünglich wollte ich deshalb Journalist werden und irgendwann mal einen Roman schreiben. Aufgrund der damaligen politischen Situation in Ostdeutschland habe ich jedoch Mathematik studiert. Nach dem Mauerfall bin ich eher zufällig im Bankwesen gelandet. Dabei konnte ich mich immer weiterqualifizieren und meinen Horizont erweitern, z. B. im Bereich Kreditgeschäft und Risikomanagement. Mit diesem Wissen bin ich vor fast zwanzig Jahren beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e. V. (VÖB) in Berlin gelandet.

Beim VÖB habe ich im wahrsten Sinne des Wortes genau zur richtigen Zeit gestartet. Aufgrund meiner mehrjährigen Tätigkeit im Unternehmenskreditgeschäft einer Bank war ich von Anfang an dabei, als die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Rundschreiben mit Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) ausgearbeitet hat. Mit derartigen Rundschreiben verdeutlicht die BaFin ihre Verwaltungspraxis. Da sie jedoch relativ allgemein gehalten sind, besteht in der Praxis Konkretisierungsbedarf. Die Mitarbeiter der BaFin wollten deshalb einen ergänzenden Kommentar schreiben. Als sie mich gefragt haben, ob ich Interesse an einer Mitarbeit hätte, habe ich sofort zugesagt. Da hat das Journalistenherz in mir gelacht.

Was sich in den Folgejahren daraus entwickelte, hätte ich nicht einmal erahnen können. Aus dem relativ schlanken Werk zu den MaK ist wenige Jahre später ein umfangreicher Kommentar zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) entwickelt worden, der in wenigen Tagen bereits in der fünften Auflage erscheint und mittlerweile fast 2.000 Seiten umfasst. Die MaRisk betreffen das gesamte Bankgeschäft, weil sie alle wesentlichen Aktivitäten und Prozesse in einem Institut beleuchten. Das ist eine große inhaltliche Herausforderung, zumal wir versuchen, zunächst alle wichtigen Begriffe zu erläutern und die wesentlichen Zusammenhänge darzustellen, bevor wir die einzelnen Themenbereiche kommentieren. Dabei stellen wir jeweils auf die Regelungsintention ab und bemühen uns, diese in die Praxis zu „übersetzen“. Gleichzeitig achten wir darauf, was die maßgeblichen Aufsichts- und Regulierungsbehörden zu diesen Themen veröffentlicht haben und insofern als Orientierungshilfe dienen kann.

Über die Zeit hat sich das Autorenteam verändert. Wir sind nur drei Autoren und beleuchten die Anforderungen aus der Perspektive eines Institutes, eines Verbandes und der Bankenaufsicht. Alle Teile müssen letztlich von den drei Autoren freigegeben werden. Vor Abgabe des Manuskriptes werden die einzelnen Abschnitte zudem von anerkannten Fachspezialisten gegengelesen und damit qualitätsgesichert. Schließlich soll der Kommentar für die Instituts- und Prüfungspraxis gleichermaßen eine Hilfestellung bieten.

Die Fertigstellung der neuen Auflage hat über ein Jahr gedauert. Der lange Zeitraum ist auch darauf zurückzuführen, dass wir dieses Werk ausschließlich in unserer Freizeit schreiben. Der Arbeitsaufwand dafür wird häufig unterschätzt. Ich habe mit ca. 75 % wieder einen bedeutenden Anteil am Kommentar. Außerdem habe ich schon in der Vergangenheit jene Tätigkeiten übernommen, für die normalerweise die Herausgeber verantwortlich sind. Bei mehreren Autoren mit unterschiedlichen Schreibstilen ist es empfehlenswert, dass eine Vereinheitlichung erfolgt. In der stressigsten Phase im letzten halben Jahr habe ich jeden Abend nach der Arbeit ca. sechs Stunden am Kommentar gesessen und musste mit durchschnittlich fünf Stunden Schlaf auskommen. An den Wochenenden war es teilweise noch extremer. Dazu gehört eine Menge Disziplin und ein starker Wille. Mir hilft dabei, das Ziel in Erinnerung zu rufen.

Die vielen positiven Rückmeldungen aus den Instituten und von Prüfern zeigen uns aber, dass wir diesen enormen Aufwand nicht umsonst betreiben. Wenn die Veröffentlichung einer neuen Fassung ansteht, werden wir fast täglich nach dem genauen Termin gefragt. Anfang Mai wird der neue Kommentar in den Bücherregalen stehen. Ich freue mich jetzt schon riesig darauf, das Werk in meinen Händen zu halten. Das ist ein tolles Gefühl. In diesem Moment ist auch die lange Leidenszeit vergessen.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!