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23. April 2019

„Jam-Session“

– Olivers Erfolgsgeschichte

Was für ein Spaß, so richtig dabei zu sein.

Mich interessiert, spielerisch zu improvisieren, gemeinsam mit anderen Musik zu machen, ohne Regeln. So, wie ich mir das Leben wünsche. Schon vor 30 Jahren war ich in einer Band, spielte Gitarre und sang. Das wollte ich nun am Schlagzeug wieder aufleben lassen.
Also nutzte ich die Gelegenheit, als Neu-Berliner die vielen Möglichkeiten der Stadt zu nutzen. Ich fand eine Musik-Lehrerin, übte in einem Musikzimmer im Hinterhof, kaufte mir ein elektrisches Schlagzeug und begann zu üben, üben, üben…
Es gab zwei große Hindernisse.
Das eine waren die Nachbarn. Damit umzugehen war gar nicht einfach. Selbst ein e-drum-Set macht nämlich Geräusche. Die ersten Beschwerden klopften an die Tür. In meinem Beruf bin ich zwar gewohnt, mit unterschiedlichen Interessen umzugehen und sie auszubalancieren, aber hier waren echte Kompromisse gefragt. Wir einigten uns schließlich auf Zeitfenster zum Musizieren.
Das andere betraf das „Sich-Zeit-Nehmen“. Können kommt nicht von allein, sondern die Bewegungsabläufe wollen „eingeschliffen“ sein, brauchen Zeit, um sich gut anzufühlen. Kurzum: man muss sich nach und nach eingrooven.
Neben den Einzelstunden begleitet meine Musik-Lehrerin auch Bandproben und Jam-Sessions. Ein Arbeitskollege hatte mir schon vom Zauber des Jammens erzählt und wie sehr das unter Musikern zusammenschweißt. Was für ein Glück – das wollte ich auch!
Für die nächste Jam-Session machte ich mir einen Zettel an die Pinwand zu Hause. Ich zählte die Tage bis zum Termin herunter.
Dann kam der Tag der Tage.
Schon im Eingang traf ich die anderen Mit-Jammer und wir tauschten uns über unsere Instrumente und die Welt darum herum aus. Und dann ging es einfach los. Zuerst konzentrierst Du Dich auf Dich selbst. Dann tauchst du langsam auf und hörst die anderen und das Miteinander. Und plötzlich ist es da, das Feeling. Die Gitarre hat einen Einfall und spielt, das Schlagzeug groovt sich dazu und drei andere tragen die Melodie mit. Die anderen merken das und gestalten den Hintergrund.
Als Schlagzeug gestaltet man mehr als andere Instrumente das Miteinander, insbesondere die Übergänge. So merkt man nach und nach, wie man die Bühne für die anderen vorbereitet, ihnen Raum gibt und dem gemeinsamen Musizieren einen Rahmen gestaltet. Eine Jam-Session ist außerdem ein unbegrenztes Übungsfeld. Du kannst alles ausprobieren – ohne Regeln. Was nicht klappt wird nochmal probiert, Schräges gehört dazu und würzt das Erlebnis.
Nach einer Stunde machten wir eine kurze Pause und die zweite verflog so schnell wie die erste.
Meine erste Jam-Session ließ mich einfach glücklich zurück. Glücklich darüber, dass ich das Instrument gewählt hatte und die Möglichkeit hatte, mit anderen Menschen Musik machen zu können.
Jammen ist wie leben.

Mach auch aus Deinem Wunsch eine Erfolgsgeschichte! Lass Dich inspirieren durch das APRIL Workbook!