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22. April 2019

„Wie ich lernte, meiner Angst zu begegnen“

– Utes Erfolgsgeschichte

Was tue ich bloß, wenn der Wind so in unser Segel bläst, dass das Boot umkippt?

Ich saß auf dem Boot und hatte Angst. Angst, dass es mitten auf dem holländischen Meer umkippen könnte und ich dann ohne Boden unter den Füßen wäre.

Mein Mann ist seit langem begeisterter Segler. Schon seit vielen Jahren begleite ich ihn – genau wie meine Angst mich. Sie lastet auf meinen Schultern wie ein nasser Sack und nimmt mir dann die Unbeschwertheit, die Segeln erst richtig schön macht. Ich wäre auch gerne eine gute Seglerin und mit Freude auf dem Wasser dabei.

Aber noch hatte ich Angst.

Vor einigen Jahren waren wir mal wieder in Holland auf dem Ijsselmeer; mein Mann, mein erwachsener Sohn und ich. Zum wiederholten Male sprachen wir über meine Angst. Und obwohl meine Männer das nicht so richtig nachvollziehen konnten, hörten sie mir dennoch aufmerksam zu und versuchten mir physikalisch zu erklären, warum das, wovor ich Angst hatte, gar nicht eintreten konnte. Meine Angst ließ sich von diesen Erklärungen jedoch überhaupt nicht beeindrucken. Sie saß auf meinen Schultern und drückte mich.

Plötzlich hatte mein Mann eine Idee. Er schlug vor, in eine nahe gelegene Bucht mit einer Werft zu fahren und in einem der Becken einen Test zu machen. Oh Gott: sie wollten versuchen, das Boot umzukippen! Ich musste schlucken. Nun gut. Jetzt oder nie, dachte ich bei mir. Wenn etwas passiert, wäre die Hilfe ja nicht weit und außerdem ist das Becken ja nicht besonders groß.

Dann ging es los. Die Männer befestigten das Boot vorne und hinten am Becken. Sie nahmen eine Leine, die zur Mastspitze führte, in die Hand und gingen auf der Seite an Land. Jetzt zogen sie mit aller Kraft an der Leine und versuchten, das Boot – auf dem ich saß – zum Kippen zu bringen. Noch immer hatte ich Angst und hielt mich krampfhaft am Bootsrand fest. Ich erwartete, dass gleich das Wasser auf der Seite eindringen würde, auf der sie zogen.

Doch dann merkte ich, dass meine starken Männer es nicht schafften, das Boot soweit zu kippen, dass Wasser eindringen konnte. Ich blieb trocken und langsam lösten sich meine Hände vom Bootsrand.

Diese Erfahrung hat mir viel Vertrauen gegeben. Ich fühlte mich stolz, meiner Angst in die Augen gesehen zu haben. Ich hatte sie nicht komplett besiegt, weiß aber seitdem, dass ich mit ihr umgehen kann.

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