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12. April 2019

„Tschüß Hauptstadt“

– Anjas Erfolgsgeschichte

Hätte man mir vor ein paar Jahren gesagt, dass ich jemals aus Berlin wegziehen werde, hätte ich demjenigen wahrscheinlich ‘‘einen Vogel gezeigt‘‘. Alles begann damit, dass ich nach sieben Jahren Beziehung einfach nicht mehr glücklich war, da wir uns Schritt für Schritt auseinander gelebt hatten. Und so kam es, dass ich auf einer Feier einen sehr netten jungen Mann kennengelernt habe. Es hat sofort gefunkt, aber leider wohnte er in Recklinghausen.

Ab diesem Tag sahen wir uns jedes Wochenende und pendelten ein ¾ Jahr hin und her. Recht schnell wurde uns klar, dass wir diese 500 km jedes Wochenende nicht mehr auf uns nehmen wollten. Aber was nun? Zieht er zu mir nach Berlin und verlässt Recklinghausen, seine große Familie, gibt seinen guten Job auf und verlässt seine große Liebe den Schalke 04?

Auch ich hatte einen festen und guten Job in einem 5 Sterne Hotel am Potsdamer Platz und war soweit zufrieden. Doch die Großstadt raubte mir die Kraft und ich sehnte mich mehr nach Ruhe und der Natur. Und genau das könnte ich in dem kleinen gemütlichen Recklinghausen finden, wo in wenigen Minuten Bauernhöfe und Felder lagen. Trotzdem war ich hin- und hergerissen und hatte Angst vor einem Neuanfang. Würde ich dort Anschluss finden? Bekomme ich einen guten neuen Job auch außerhalb der Hotellerie? Wird mir Berlin mir all seinen Facetten und Möglichkeiten nicht fehlen?

Trotzdem wagte ich den großen Schritt und zog schließlich um. Ein bisschen leichter hat es mir meine Schwester gemacht, denn auch sie hat Berlin verlassen und auch meine Mutter überlegte in der Rente in den Norden zu ziehen. Somit wären die allerwichtigsten Personen nicht mehr da.

In Recklinghausen angekommen erwarteten mich die ersten Probleme. Nach unzähligen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen bekam ich die erste Chance in einer Steuerkanzlei. Der Chef, ein Choleriker durch und durch. Er machte mir das Leben zur Hölle, ich zog die Konsequenz und kündigte nach 4 Wochen das Arbeitsverhältnis. Auch der nächste Job in Dortmund brachte mir kein Glück. Die schwierige Stausituation zu den Kernzeiten im Ruhrgebiet und der Parkplatzsituation in Dortmund kosteten mich zwei Stunden Fahrtzeit auf einer Strecke. So viel verlorene Lebenszeit. So langsam verzweifelte ich?

Doch dann kam die ultimative Stelle direkt in Recklinghausen, ca. 3 km von meiner Wohnung entfernt. Dort arbeite ich jetzt seit 3 Jahren, bin zufrieden, habe tolle Kolleginnen und auch Freundinnen gefunden. Auch unsere Beziehung hielt die anfänglichen Schwierigkeiten aus. Im Sommer letzen Jahres feierten wir unsere Traumhochzeit und sind nun glücklich verheiratet. Und das nächste Abenteuer steht auch schon an – wir werden Eltern und freuen uns riesig auf diese neue Erfahrung.

Noch habe ich keine Sekunde bereut, Berlin verlassen zu haben. Es ist immer wieder schön als ‘‘Touri‘‘ dort zu sein und die Familie zu besuchen. Aber angekommen bin ich jetzt in Recklinghausen. Es war ein großer Schritt, doch es hat sich gelohnt.

 

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