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11. April 2019

„Sprung in ein neues Leben“

– Sabines Erfolgsgeschichte

Nun war ich schon über 40 Jahre Erzieherin im Kindergarten und im Schulhort. Mein Beruf hat mir immer viel Freude bereitet, allerdings ist es mit den Jahren doch sehr anstrengend geworden, zumal sich die Bedingungen immer mehr verschlechtert haben.

Als meine Familie, zuerst die jüngere Tochter nach Recklinghausen und etwas später die Große mit Mann und Enkelkindern nach Flensburg zogen, setzte bei mir das große Nachdenken ein. Was sollte ich tun?

Allein in Berlin, ohne meine geliebte Familie, das kam für mich nicht infrage. Ich war 63 Jahre, müsste noch 2 ½ Jahre arbeiten – eine lange Zeit ohne Familie. Aber für diese kurze Zeit eine neue Arbeitsstelle in diesem Alter zu bekommen war auch nahezu unmöglich. Dann nahm eine Idee immer mehr Form an. Ich wollte meinen Arbeitsvertrag auflösen und als Rentnerin frühzeitig nach Flensburg ziehen. Diese schöne Stadt ganz im Norden kannte ich schon seit 1972 von diversen Ferienwochen mit der Familie. Ich hatte mich dort und in der Schleiregion schon immer sehr wohl gefühlt.

Der Abschied von den Kindern und Kollegen an der Schule war nicht leicht und die Umzugsvorbereitungen sehr anstrengend. In dieser Zeit lief ich häufig durch meine Wohnung und dachte: Das schaffst du NIE! Meine Tochter suchte in Flensburg gerade eine passende Wohnung für mich und bald fand sie eine nette Wohnung am Waldrand und in unmittelbarer Nähe der Familie. Ein kurzer Besuch mit meiner Cousine in Flensburg und es stand fest – hier würde ich einziehen. Wie aufregend nach 63 Jahren Berlin stand dem Umzug in ein neues Leben nichts mehr im Wege.

Nach der Übergabe meiner Wohnung in Berlin, wohnte ich noch bis zum letzten Arbeitstag bei meiner Cousine. Meine Sachen waren da schon auf dem Weg nach Flensburg. In dieser Zeit schaffte meine tapfere Tochter das schier Unmögliche. Sie richtete die Wohnung in Flensburg ein, räumte unendlich viele Bücherkisten und andere Kartons aus, so dass ich in eine gute sortierte Wohnung einziehen konnte. Ich bin ihr und meiner Familie so dankbar für diesen ganz besonderen Einsatz.

Der Abschied aus Berlin viel mir nicht sehr schwer, weil mein Zuhause meine Familie ist. Einzig ein paar Freunde und meine geliebte Trabrennbahn Mariendorf werden mir fehlen. In meiner neuen Heimat angekommen, ging es weiter ans Auspacken, Verschönern und Ummelden. Der Jahrhundertsommer hat mir das Ankommen sehr vereinfacht. Im Juni war ich an der Flensburger Förde angekommen. Eine Bilderbuchlandschaft mit malerischen Städtchen, Meer, Seen, Wiesen, Wäldern und sehr freundlichen Menschen. Ich fühlte mich wie im „Dauerurlaub“.

Nun wohne ich schon zehn Monate im schönen Norden. Der Alltag ist eingekehrt, aber ich habe noch keine Sekunde bereut, nach 63 Jahren den Sprung in ein neues Leben gewagt zu haben. Ich darf außerdem sagen, ich bin stolz auf mich, dass ich dieses Abenteuer, auch mit Hilfe lieber Menschen, so gut gemeistert habe.

 

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